Der Ergänzungsstrich

Was in unserer Sprache eingespart werden kann, ohne dass der Sinn leidet, wird in der Regel auch eingespart. Besonders deutlich wird das, wenn zwei zusammengesetzte Wörter beieinanderstehen, die sich einen Bestandteil teilen. Da wird dieser flugs bei einem Wort gestrichen. Wie das genau funktioniert, zeigen wir Ihnen hier.

Angenommen, Sie möchten über Grünspechte und über Buntspechte sprechen, die ja dasselbe Grundwort aufweisen. Dann können Sie dieses beim ersten Wort durch den Ergänzungsstrich (also den Bindestrich) ersetzen: Grün- und Buntspechte. Ebenfalls erlaubt, wenn auch stilistisch nicht besonders schön, ist diese Lösung, wenn das zweite Grundwort durch ein Adjektiv näher bestimmt wird: Grün- und sonstige Spechte. Teilen sich beide Wörter das Bestimmungswort, also den ersten Bestandteil, steht der Ergänzungsstrich beim zweiten Wort: Grünspechte und -finken.

Etwas verwirrend für den Leser, aber dennoch korrekt ist es, wenn Sie bei dreigliedrigen Zusammensetzungen einmal das Grundwort und einmal das Bestimmungswort einsparen möchten. Klassisches Beispiel ist hier der Warenein- und -ausgang. Bei diesem Wort benötigen Sie gleich zwei Ergänzungsstriche. Der erste ersetzt „-gang”, der zweite „Waren-”. Ausgeschrieben ergäbe das dann die Verbindung Wareneingang und Warenausgang. Im Zweifelsfall ist es besser, die Wörter auszuschreiben, damit der Leser den Sinn auf den ersten Blick korrekt erfassen kann.

(Bindestrich als Ergänzungsstrich)

Dpto. de Alemán

EOI de Roquetas de Mar.

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